Funkenflug
Sonntag, 6. November 2011
Beitrag bei DRS1 – Wortort – Der Münstercode
Ein sehr gelungener Beitrag über die Führungen in Basel «Dichtung und Wahrheit». Wortort
Hörbuch «Ufer der Macht» gelesen von Wolfram Berger
Übrigens erscheint anfangs Dezember 2011 das Hörbuch zu «Ufer der Macht», wunderbar gelesen vom österreichischen Schauspieler Wolfram Berger, der 1977 den Basler Eurocop-Kommissär spielte. Wer ein wenig hinein hören möchte kann dies bei gerne Kazaa tun. Das Hörbuch findet man ebenfalls auch bei iTunes von Apple. Das eBook dagegen kann bei Amazon gekauft werden.
Krimikiste über «Ufer der Macht»
Wer noch eine Rezension über «Ufer der Macht» hören möchte findet diese auf Krimikiste.
Donnerstag, 3. November 2011
Funkenflug: Es war einmal ....
Funkenflug: Es war einmal ....: So beginnen alle Märchen. Es war einmal eine Stadt, eine reiche Stadt, an der Grenze zweier Königreiche. Diese wurden von einem kleinen Köni...
Funkenflug: Funkenflug
Funkenflug: Funkenflug: Halb acht. Die Kinder sind im Bett, die Gutnacht-Liedchen abgesungen. Müde und abgekämpft gucken wir in die Röhre. Flach ist der Bildschirm,...
Funkenflug
Halb acht. Die Kinder sind im Bett, die Gutnacht-Liedchen abgesungen. Müde und abgekämpft gucken wir in die Röhre. Flach ist der Bildschirm, scharf das Bild, brillant die Farben. Was hat der Tag gebracht? Wir werden begrüsst und willkommen geheissen. Die Moderatorin scheint gut gelaunt zu sein. Wie jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht. Vor dem Millionenspiel gibt es eine halbe Stunde Saures. Eine Bombe hat ein paar Menschen aus dem Leben gerissen. Sind es siebzehn oder nur fünf? Spielt das eine Rolle? Das Bier ist zu warm, schmeckt bitter. Alltag in Bagdad, nichts Ungewöhnliches. Tausend und eine Nacht, das war einmal. Bergiges Land, karges Land. Bärtige Männer hausen in Höhlen und kämpfen gegen glatt rasierte Soldaten in Panzern. Neue Bilder, schon tausendfach gesehen. Auswechselbar, verwechselbar. Palästinenser, staatenlos, schicken Raketen nach Israel. Israel bombt zurück. Gnadenlos. Die Welt ist teilnahmslos. Unfehlbar der Papst. Entmenschlichung. Wirtschaftskrise. Finanzkrise. Aktien fahren in den Keller, Gold ist teuer. Der Franken auch. Ehekrise. Nach der Pleite geht auch Susi. Geld regiert die Welt. Den Griechen geht die Luft aus und den Deutschen die Geduld. Der kleine Franzmann macht sich grösser, als er ist, will hoch hinaus. Etwas zu hoch und landet auf dem Bauch. Sein italienischer Freund bekommt eins auf die dritten Zähne. Im Spital schreibt Silvio zahnlos süsse Lieder, tanzt Bunga Bunga mit blonden Schwestern und Gaddafis Tochter. Der Wüstenfuchs hat sich verkrochen, sein Zelt ist abgebaut und wird nicht mehr aufgebaut. Die Menschen gehen auf die Strasse, in Tunesien und Ägypten, schreien ihre Wut aus dem Bauch. Diktatoren werden einfach weggefegt. Weitere Länder folgen ihnen und werden noch folgen. Die Chips sind fettig, machen Durst. Politiker an der Macht. Ohnmacht. Banken kassieren die Zinsen, das Volk, also wir, bezahlt die Zeche. Boni-Millionäre geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand. Grinsen frech und siegessicher in die Kamera. Sie treiben uns in den Ruin. Demonstration an der Wallstreet. Ein paar Linke. Erst mitleidig belächelt, wächst die Bewegung schnell zum Volksprotest. Nun müssen die Finanzdiktatoren weg. Spekulanten, Investmentbanker und Zocker haben sich verspekuliert. Dem Vogelgrippe-Virus gleich infiziert die Ohnmacht und Wut der Bürger in rasantem Thempo die Welt. Dagegen hilft kein Tamiflu. Die Kehle wird trocken. Wir sind die Bürger, wir sind die Macht. Es wird Zeit, den Ausschaltknopf zu drücken und auf die Strasse zu gehen. Wenn nicht für uns, dann unserer Kinder wegen.
Gute Nacht.
Es war einmal ....
So beginnen alle Märchen. Es war einmal eine Stadt, eine reiche Stadt, an der Grenze zweier Königreiche. Diese wurden von einem kleinen König und von einer Königin regiert, doch dies ist für dieses Märchen eigentlich unwichtig. In der Stadt gab es keinen König, dafür einen selbst ernannten Stadtpräsidenten. Die Stadt hätte eigentlich von den Bürgern der Stadt regiert werden sollen. Es gab glücklicherweise viele Einwohner, die nichts zu sagen hatten und regieren durften sie erst recht nicht, da sie Fremde und keine Bürger waren. Trotzdem konnten nicht alle Bürger die Entscheidungen fällen, die für sie und der Stadt wichtig waren – der Rathaussaal war einfach zu klein dafür. Und so beschlossen die Bürger, ein paar wenigen Mitbürgern ihre Stimmen zu leihen, damit diese ihre Bürgerinteressen vertraten und auch durchsetzen konnten. Tatsächlich gab es viele Bürger, und dies war schon etwas sonderbar, die der Mehrheit der Bürger dienen wollten. Doch all die Freiwilligen, die sich als Staatsdiener gemeldet hatten, fanden ebenfalls nicht alle Platz im Rathaussaal, also an dem Ort, an dem die Interessen der Bürger hätten wahrgenommen werden sollen. Die Bürger mussten sich somit für ein paar wenige Diener entscheiden. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. So kam es, dass die Wahlwilligen sich bei den Wählern nur von der besten Seite zeigten, optimistisch, aufgestellt und in Dienerpose. Um es den Bürgern in ihrer Entscheidung etwas leichter zu machen, liessen die Kandidaten alle Bäume und Wände entlang der Strassen mit ihren Portraits zukleistern. Sie gaben den Bürgern ihr Versprechen ab, meist mit besorgter Unschulds-Miene und vermeintlich ehrlichem Gesicht, ihnen zu dienen und mit aller Kraft für sie einzustehen. Von den Bürgern einmal gewählt und kaum auf einem der gut gepolsterten Regierungssitze niedergelassen, mussten sich die frischgewählten Regierungsvertreter, so hiessen nun diese Bürger, nach der Wahl vom ach so strapaziösen Stress erholen und erst einmal für sich selber sorgen. Statt zu dienen, versuchten sie nun ihren Lohn dafür zu kassieren. Die vor der Wahl so umgänglichen, sympathischen und dienerfreundlichen Nochbürger wandelten sich schneller, als ein frischer Apfel schrumplig werden kann, in unnahbare, rechthaberische Regierungsvertreter, die nur zu ihrem eigenen Wohl regierten. Wenigstens bis spätestens zur nächsten Wahl.
Gute Nacht.
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